Gesehen: Jugend ohne Gott

© Pathé Films AG

Inhalt
In naher Zukunft leben die Menschen in einer reinen Leistungsgesellschaft. Statt weniger ‚Erfolgreiche‘ – d.h. auch wirtschaftlich Schwache – zu unterstützen, geschweige sie gesellschaftlich einzubetten, werden sie von den Elitenschulen ausgeschlossen und gar in separaten, heruntergekommenen Quartieren isoliert.
Zachs (Jannis Niewöhner) Familie gehört aber der erfolgreichen Schicht an. Dass er nun in ein Assessment-Camp in der Natur aufbrechen soll, um neben seinen geistigen Schulleistungen auch seine physische Überlegenheit unter Beweis zu stellen, um sich für die renommierte Rowald Universität zu qualifizieren, passt dem sensiblen Unangepassten nicht. Statt sich mit den anderen Bewerbern dem Wettbewerb zu stellen, schreibt er lieber Tagebuch und zieht sich zurück. Dies fasziniert die ehrgeizige Nadesh (Alicia von Rittberg), obwohl oder gerade weil sie selbst überangepasst ist und unbedingt regelkonform ihre Topleistung erbringen will. Statt von Nadesh fühlt sich Zach von der geheimnisvolle Ewa (Emilia Schüle) angezogen, die im nahen Wald ganz alleine mit anderen Outsidern überlebt.
Als Zachs Tagebuch verschwindet und ein Mitschüler bei einer gefährlichen Übung verunfallt, ohne dass ihm rechtzeitig Hilfe geleistet würde, gerät die Situation ausser Kontrolle. Kann der vermeintlich grundanständige und integre Lehrer (Fahri Yardim) helfen – oder verfolgt auch er ganz andere, vielleicht gar eigennützige Ziele?

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Kritik
Ich tu mich immer ein bisschen schwer mit deutschen Filmen, vor allem wenn es sich dabei um
Dramen handelt. Und ich weiss nicht einmal wieso. Es gibt schon einige, die ich mag, aber ich bin immer sehr skeptisch. Bei deutschen Komödien weiss ich langsam, welche ich mögen könnte und welche nicht. Und die ganze Geschichte von `Jugend ohne Gott` erinnerte mich irgendwie zu stark an `Hunger Games` oder `Divergent`. Oder besser gesagt, die Storys der beiden Bücherreihen/Filmreihen erinnert mich stark an `Jugend ohne Gott`, denn das Buch von Ödön von Horvarth erschien ja schon in den 1930er-Jahren. Jedenfalls ging ich wieder einmal ohne grosse Erwartungen ins Kino… Und jaaaa, ich wurde wieder einmal positiv überrascht. Und jaaaa, ich weiss, irgendwie scheint mir das noch öfters zu passieren. Ich glaube, dass ich jetzt so viel mehr ins Kino gehe und alle verfügbaren Filme schauen gehe, was ich so vorher nicht gemacht habe. Da ging ich Filme, die mich interessierten, gar nicht erst schauen.
Nun endlich zum Film:

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Die Story von der Elite und den weniger privilegierten, die von einander getrennt werden, haben wir nun wirklich schon ein paar mal gesehen (Verweis wieder auf `Hunger Games` und `Divergent`). Auch dass sich eine(r), der Privilegierten mit einer/ einem Illegalen abgibt und sich so in Schwierigkeiten bringt ist nicht unbedingt unbekannt. Was ich jedoch nicht schlecht fand, war, dass der ganze Handlungsstrang aus drei, oder waren es sogar vier, individuellen Sichtweisen erzählt wurden. Dies führte dazu, dass man nicht nur auf die eine Sichtweise festverfahren war. Auch zeigt dies auf, dass nicht immer alles so zu sein scheint, wie man es vorfindet. Was die schauspielerische Leistung angeht, überzeugten mich vor allem Jannik Schümann, der den eingebildeten und grosskotzigen Gegenspieler spielt, und Jannis Niewöhner, der die Haupfigur des Zacharias spielte. Auch Fahri Yardim spielte seine Rolle des Lehrers nicht schlecht, besonders als aus seiner Sicht erzählt wird, kommt dies gut zum Vorschein. Die anderen Schauspieler waren nicht schlecht, aber mir erschien alles viel mehr offensichtlich geschauspielert als bei den oben genannten. Was erfrischend war: Der Film kam auch ohne Szenen aus, in denen sich hunderte von Menschen gegenseitig beschiessen.

Fazit

© Pathé Films AG

`Jugend ohne Gott` ist ein sehenswerter Film. Auch wenn die Story vielleicht bekannt vorkommen mag, ist die Idee doch sehr beklemmend.

Infos zum Film
Originaltitel: Jugend ohne Gott
Erscheinungsjahr: 2017
Produktionsland: Deutschland
Genre: Drama
FSK: 14
Laufzeit:  114 Minuten
Regie:  Alain Gsponer
Drehbuch: Alex Buresch, Matthias Pracht
Darsteller:  Alicia von Rittberg, Emilia Schüle, Livia Matthes, Jannis Niewöhner, Fahri Yardim, u.a.

Trailer

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